Wie wichtig ist Google PageSpeed für mein SEO-Ranking?

Google PageSpeed

Was ist eigentlich so besonders an PageSpeed Insights und dem damit verbundenen Online-Tool? Ganz einfach, es misst die Geschwindigkeit von Websites und stellt diese anhand eines Prozentwertes und diverser Optimierungs-Tipps übersichtlich dar. So weit, so gut, aber welche Relevanz hat dieses Thema nun für mein Online-Projekt? Erfahren Sie es hier im Artikel.




Ich möchte nicht ausschließen, dass Google mal wieder sein Machtmonopol ausnutzt, um vorgeben zu können, wie Websites aufgebaut werden sollen. Es blieb mir aber nichts anderes übrig, als den immer häufigeren Kundenanfragen nach mehr „PageSpeed“ gerecht zu werden und mich mit dem Thema zu beschäftigen. Dabei kam folgendes heraus:

Sind die meisten Websites „schnell genug“ für Google?

Nein. Bei den meisten Websites, die nicht gerade von vorn herein für höchste Geschwindigkeit optimiert sind, stellt man mit „PageSpeed Insights“ Werte zwischen 40% und 70% fest, während viele von Webdesignern oder Agenturen angefertigte Websites bereits nachgezogen und den Speed durch einige Tricks erhöht haben.

Ganz nebenbei bemerkt haben wir hier auch einen entscheidenden Vorteil von Agenturlösungen gegenüber Homepage-Baukästen: PageSpeed-Optimierung wird mit einem Baukasten nicht sonderlich gut funktionieren und man ist daher immer im Wettbewerbsnachteil.

Es besteht also momentan eigentlich hoher Nachholbedarf. Agenturen und Freelancer dürften sich darüber freuen, Kunden vielleicht ärgern. Aber so ist das nun mal, wenn Google einen Trend vorgibt und es irgendwann nicht mehr anders geht, um im großen Becken mit schwimmen zu dürfen.

Ob Ihre eigene Website schnell genug ist, erfahren Sie hier: Page Speed Insights

Lohnt es sich überhaupt, mehr PageSpeed anzustreben?

Das ist die alles entscheidende Frage: Lohnt es sich für meine Website oder mein Projekt, eine unter Umständen umfangreiche Maßnahme für mehr PageSpeed durchzuführen? Pauschal kann man das nicht sagen. Der PageSpeed Faktor sagt nichts über die Funktion einer Website aus, und hindert niemanden daran, sie zu betrachten. Es ist einfach (noch) ein zusätzlicher Faktor, der zu einem besserem Google-Ranking führt und die Website für Google zusätzlich attraktiv macht. Sofern man also nicht dringend von zahlreichen Besuchern über die Suchmaschine abhängig ist, darf man diesen Faktor vielleicht sogar getrost außer Acht lassen.

Was genau kann man tun für einen höheren Geschwindigkeits-Wert?

Als erstes natürlich eine gründliche Analyse mit Insights (Link s. oben). durchführen. Nach der Eingabe einer URL erscheint innerhalb von Sekunden ein Prozentwert und in der Regel einige Optimierungsvorschläge. Für einen Laien dürften die meisten Optimierungsvorschläge wie ein Buch mit sieben Siegeln sein, aber dafür gibt es natürlich Spezialisten wie mich.

Nachfolgend ein mal die wichtigsten Optimierungs-Vorschläge kurz erklärt:





JavaScript- und CSS-Ressourcen, die das Rendering blockieren, in Inhalten „above the fold“ (ohne Scrollen sichtbar) beseitigen

Bei den meisten Websites befinden sich im Header des HTML-Codes zahlreiche JavaScript- und CSS-Ressourcen, die beim Aufruf der Seite im Hintergrund geladen werden. Einige oder vielleicht sogar alle diese Ressourcen lassen sich eventuell in den Fußbereich der HTML-Seite integrieren und sorgen damit für schnellere Ladezeiten. Bei einer Website, die mit WordPress oder TYPO3 betrieben wird, nimmt eine solche Anpassung meist nicht mehr als eine Stunde Arbeit in Anspruch.

Komprimierung aktivieren

Die (Server-) Komprimierung stellt für mich den wichtigsten Faktor dar. Er bringt auch meiner Erfahrung nach am meisten Gewinn. Dazu sind vor allem 2 Dinge gefragt: Ein Web-Entwickler, der sich mit den entsprechenden Server-Einstellungen auskennt, und ein Provider, der die Komprimierung auf seinem Server ermöglicht. Erfahrungsgemäß ist dies leider nicht bei allen Webhosting-Anbietern problemlos möglich. Großen Aufwand stellt es eigentlich nicht dar, die Komprimierung zu aktivieren, an detaillierten Einstellungen kann man allerdings schon ein paar Stunden arbeiten. Es hängt stark von den Begebenheiten ab, wie schnell eine effiziente Komprimierung einer kompletten Website gelingt.

Der Vorschlag „Komprimierung aktivieren“ ist oft leichter gesagt als getan, denn in modernen Websites werden häufig Ressourcen von anderen Servern oder Quellen geladen, die sich nicht komprimieren lassen. Hier muss im Einzelfall eine alternative Lösung durch einen Spezialisten gefunden werden.

Bilder optimieren

Damit ist natürlich nicht gemeint, schönere Bilder zu integrieren. Es geht auch nicht darum, Bilder kleiner oder größer anzulegen. Einzig entscheidend ist hier die Dateigröße bzw. das Verhältnis zwischen Pixel-Größe und Dateigröße, welches Google auch irgendwie berechnet. Ein einfacher Weg für TYPO3-Nutzer ist es die Qualität der Bilder im Backend zu reduzieren und damit eventuell am PageSpeed selbst etwas schrauben zu können. Grafiken, die dem Design-Template der Website dienen, sollten von einem Fachmann durch entsprechende Software optimiert werden. Für PNG-Grafiken gibt es Online-Tools wie z. B. TinyPNG, um transparente Grafiken ohne Qualitätsverlust enorm zu verkleinern.

Die Vorschläge von Google, welche Grafiken Optimierungsbedarf haben, stimmen oft nicht ganz mit der Realität überein!

HTML reduzieren

Nicht immer ist es erforderlich, den HTML-Quelltext zu reduzieren. Aber diese Aufgabe ist zweifellos etwas für HTML-Experten. Ein HTML-Gerüst zu bauen ist nicht schwierig, ein sehr schnelles hingegen schon. Ich selbst habe schon Websites optimiert und dieselbe Benutzerausgabe im Browser mit 75% weniger HTML-Code erreicht, was aber eher die Ausnahme ist. Perfekt optimiertes HTML lässt sich nur mit viel Erfahrung im Verhalten von HTML- und CSS-Codes bewerkstelligen. Eine Aussage über den Arbeitsaufwand einer solchen Maßnahme ist pauschal nicht möglich.

Erfahrungsgemäß trägt die HTML-Optimierung nur einen kleinen Teil zum Google PageSpeed bei.

CSS reduzieren

Ähnlich wie beim Punkt „HTML reduzieren“, verhält es sich mit dem CSS. Wobei es hier auch noch einen weiteren entscheidenden Faktor gibt: Die CSS-Komprimierung. Zum einen lässt sich CSS oft durch logische Optimierung umbauen und effizienter gestalten, und zum anderen kann es komprimiert werden, um schneller geladen zu werden.


Fazit

Mein Fazit ist, dass es in vielen Fällen sinnvoll sein kann, eine PageSpeed-Analyse zu machen und die Website im Anschluss entsprechend optimieren zu lassen. Wenn beispielsweise 1 Arbeitstag eines Webdesigners nötig ist, um das Ranking einer Website erheblich zu verbessern, klingt das nicht unbedingt nach einem schlechten Deal. Je nach Projektanforderungen eben.


Simon Köhler

Simon Köhler ist Webdesigner mit über 12 Jahren Erfahrung und Experte für TYPO3 Websites und Online Marketing.
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2 Kommentare

  1. […] Kompatibilität zu PHP Version 7 hat sich dies aber deutlich verbessert und TYPO3 glänzt mit mehr PageSpeed als […]

  2. […] gern, wenn Websites unnötige Ressourcen laden oder zu langsam sind. Das Stichwort lautet hier: Google PageSpeed. Es ist zwar nicht erforderlich, einen PageSpeed-Wert von 100 zu haben, aber im grünen Bereich […]

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