Panama Papers – Gibt es auch seriöse Firmen in Panama?

Panama Papers

Das Thema Panama Papers macht seit dem 03. April 2016 ordentlich Schlagzeilen und scheint größere Wellen in Sachen Steuerhinterziehung zu schlagen. Zahlreiche Prominente, Politiker und andere hochrangige Persönlichkeiten haben mithilfe der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca Hunderttausende sogenannte Briefkastenfirmen in Panama gegründet, um am Fiskus vorbei ihr Vermögen zu bewahren oder gar zu vermehren. Doch was bedeutet dies für seriöse Unternehmen, wie etwa mein eigenes, welches sich gerade in der Gründung befindet? 

Ich bin in Deutschland mehrere Jahre Einzelunternehmer gewesen, der sowohl Umsatzsteuer, als auch Einkommensteuer und Gewerbesteuer entrichtet hat. Dazu kamen die üblichen Ausgaben wie Krankenversicherung, horrende Telefon- und Internet-Kosten sowie Aufwände für Dienstreisen und so weiter. Alles ordentlich abgewickelt und jeden noch so kleinen Auftrag penibel per Rechnung abgerechnet und vom Steuerberater bearbeiten lassen. Mein Umsatz hat sich jedes Jahr um mindestens 50% gesteigert im Vergleich zum Vorjahr, alles lief bestens und sauber.

Nun habe ich mich aber Ende 2015 entschieden nach Panama auszuwandern und dies auch im März 2016 getan. Nicht etwa um eine Briefkastenfirma zu gründen und mich im Dschungel zu verstecken. Es gibt viele Gründe für die Auswanderung und es ist nicht notwendig, diese alle hier aufzuführen. Sicher ist jedoch: Ich lebe und arbeite jetzt in Panama und habe auch eine Firma hier gegründet. Selbstverständlich mit allen rechtlich erforderlichen Schritten und der Hilfe eines kompetenten Anwalts aus Europa. Deutsche Kunden oder auch Kunden aus der Schweiz oder Österreich legen Wert auf Vertrauen und Transparenz, weshalb ich auch auf meinen Websites weiterhin ein Impressum habe, obwohl ich es eigentlich gar nicht mehr haben müsste. Bei Bedarf teile ich interessierten Kunden gern meine Registernummern mit, sobald diese verfügbar sind. In einem weiteren meiner Artikel kann noch etwas mehr darüber nachgelesen werden, wobei ich noch einlenken muss, dass ich mich nicht so wirklich als „Nomade“ sehe, sondern eher sesshaft bin hier in Panama.

Warum schreibe ich das alles zu Panama Papers?

Nun, bereits einem Tag nach dem Erscheinen der ersten Pressemitteilungen zu Panama Papers, schrieb mich der erste besorgte Kunde an und hatte Bedenken, dass es steuerliche Probleme bei ihm geben könnte, weil ich als sein Dienstleister in Panama sitze. Auch vor meiner Abreise wurden bereits diverse Bedenken zum Ausdruck gebracht. Darauf habe ich zusammengefasst wie folgt reagiert:

  • Es gibt keinen pauschalen Grund nicht mit Firmen in Panama oder generell im Ausland zu arbeiten, solange alles in einem offiziellen Rahmen stattfindet. Zwischen Panama und Deutschland gibt es außerdem ein sog. Friendly Nations Abkommen, welches genau regelt, welche Landsleute in Panama Geschäfte machen dürfen. Unter den 47 Staaten ist auch Deutschland vertreten. Mehr dazu hier.
  • Auch Firmen mit Sitz in Panama können in Deutschland ein Bankkonto haben, damit Kunden aus Deutschland darauf Zahlungen leisten können.
  • Es gibt in Panama durchaus Internet und das auch mit High-Speed. Natürlich ist man von Glasfaser noch weit entfernt, aber bis auf die Zeitverschiebung von 6-7 Stunden gibt es kaum größere Hindernisse für die Zusammenarbeit. Es macht keinen Unterschied, ob ich an der Nordsee oder am Karibikstrand sitze mit meinem Unternehmen. Eher noch einen Vorteil: Ich bin wesentlich besser gelaunt 😉

Mache ich den Markt in Deutschland kaputt?

Auch mancher Mitbewerber hatte sich zu Wort gemeldet und sogar schon fast beschwert. Macht ein Deutscher, der in Panama sitzt und von dort aus Kunden bedient den Markt kaputt? In meinem Fall kann ich ganz klar NEIN sagen, denn ich habe mir meinen Kundenstamm bereits in Deutschland aufgebaut und bin derzeit nicht so sehr auf Neukunden angewiesen. Mit vielen Kunden pflege ich eine langjährige Partnerschaft und schade damit keinem Markt der Welt. Im Gegenteil, solange Geld fließt, ist das gut und auch ich habe weiterhin Partnerschaften zu Unternehmen in Deutschland, die von mir regelmäßig Geld bekommen. Dafür zahle ich ja auch Mehrwertsteuer auf Services wie etwa Webhosting oder Kontogebühren.

Am Preismodell hat sich auch nicht viel verändert. Würde ich mit Dumping-Preisen werben oder versuchen neue Kunden mit einem Masse-statt-Klasse Modell zu fangen, könnte ich derartige Fragen und Sorgen verstehen. Liebe Mitbewerber seid nicht böse, ich schade euch nicht. Konkurrenzdenken war auch noch nie wirklich etwas, womit ich meine Zeit gern verbringe.

Fazit

Man sollte sich nicht von Panama Papers verunsichern lassen. Panama ist ein Land welches natürlich Steuerparadies genannt wird, in dem es aber durchaus auch normale und seriöse Firmen gibt. Solange alles ordentlich geführt wird, gibt es zunächst keinen Grund zur Sorge. Wo kämen wir denn hin wenn es unmöglich wäre internationale Geschäfte zu machen? Das ist schließlich eine der größten Errungenschaften der heutigen Zeit.


Simon Köhler

Simon Köhler ist Webdesigner mit über 12 Jahren Erfahrung und Experte für TYPO3 Websites und Online Marketing.
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