WordPress Themes kaufen oder selbst erstellen?

WordPress Themes kaufen

Mit WordPress lassen sich schnell und einfach tolle Websites erstellen. Die meisten Webhoster bieten bereits WordPress vorinstalliert an. Zumindest aber eine Funktion, die das beliebte CMS automatisch auf dem Server installiert. Es gibt derzeit einige tausend kostenlose Designvorlagen, die man sehr schnell und einfach installieren kann. WordPress Themes kaufen für kleines Geld, ist ebenfalls möglich. So lässt sich ein Blog oder eine kleine Firmenwebsite auch vom Chef selbst aufsetzen. Sehr praktisch, aber ist das wirklich die professionellste Variante? Und kann ich damit das volle Potenzial des Internets nutzen?

Zugegeben, als Webdesigner habe ich mich oft in der Vergangenheit vor fertigen WordPress Themes gefürchtet. Ich war noch recht grün hinter den Ohren und dachte, dass diese mir die Arbeit wegnehmen könnten. Heute weiß ich es zum Glück besser.

Fertige WordPress Themes kaufen: Klar warum nicht?

Es ist nicht unbedingt schlecht, fertige Themes für WordPress zu verwenden. Es hängt davon ab, welches Ziel die Website verfolgt, und welches Budget zur Verfügung steht. In manchen Fällen ist ein fertiges WordPress Theme wirtschaftlicher.

Ein mögliches Szenario für ein fertiges Theme

Ein Händler für modulare Kajaks möchte gern ein bestimmtes Produkt verkaufen und dafür eine Landing Page erstellen. Diese möchte er ausschließlich mit Google AdWords oder facebook Ads für einen kurzen Zeitraum bewerben. In diesem Fall ist die Ladegeschwindigkeit der Website lediglich für den Besucher von Relevanz, nicht aber für Google. Da die Besucher über bezahlte Werbung auf die Landing Page geleitet werden, ist der Einsatz von SEO-Maßnahmen nicht erforderlich. Da der Händler einen schnellen Webserver hat, und die Landing Page nur wenige Inhalte enthält, kann er getrost ein fertiges Theme einsetzen.

Wann WordPress Themes kaufen weniger Sinn macht

Häufig ist folgendes der Fall: Das fertige Theme enthält entweder Funktionen, die nicht für die Website benötigt werden, oder bestimmte Funktionen sind gar nicht enthalten. Themes mit zu vielen Funktionen oder unnötigem CSS- und HTML-Output im Front-End, sorgen für längere Ladezeiten die der Besucher ertragen muss. Auch Google sieht nicht gern, wenn Websites unnötige Ressourcen laden oder zu langsam sind. Das Stichwort lautet hier: Google PageSpeed. Es ist zwar nicht erforderlich, einen PageSpeed-Wert von 100 zu haben, aber im grünen Bereich sollte eine gut optimierte Website schon liegen. Vor allem auch bei der Darstellung auf mobilen Geräten.

Manchmal kommt es vor, dass man ein bestimmtes Theme kaufen möchte, dieses aber eine Funktion nicht enthält für die man ein Plugin benötigt. Mit jedem weiteren Plugin steigt der Verwaltungsaufwand. Hinzu kommt die Gefahr, dass ein Plugin-Programmierer die Weiterentwicklung einstellt, und man als Kunde ohne Support da steht. Dies kommt sogar recht häufig vor.

Die eindeutigen Vorteile eines Custom-Themes

Ich empfehle meinen Kunden immer dann die Programmierung eines Custom WordPress Themes, wenn die Performance und die Individualität oder das Corporate Design im Vordergrund stehen. Große Unternehmen lassen häufiger Custom-Themes von professionellen Agenturen erstellen. Kein Problem mit einem entsprechenden Budget. Besonders bei größeren Websites ab 1000 Besuchern täglich, ist jedes Kilobyte entscheidend für den verbrauchten Traffic, jede Sekunde weniger Ladezeit angenehmer für den Besucher, und volle Flexibilität in Sachen Funktionalität gefordert.

Mit einem Custom-Theme kann genau die Funktionalität integriert werden, die benötigt wird. Seien es eigene Widgets, spezielle Post-Templates oder besondere Funktionen für das Design. Nicht mehr und nicht weniger. Custom halt.

Pro und Kontra – Die Übersicht

Fertiges Theme Custom Theme
100% Gestaltungsfreiheit NEIN JA
Hoher PageSpeed NEIN JA
Geringe Kosten JA NEIN
Automatische Updates JA NEIN

Die Tabelle soll lediglich die am häufigsten vorkommenden Vor- und Nachteile darstellen. Grundsätzlich soll der Artikel nur dabei behilflich sein, eine vernünftige Wahl zu treffen. Wenn du weitere Erfahrungen, Ideen, Anregungen oder auch Kritik hast, hinterlasse gern einen Kommentar und wir diskutieren darüber.

Abschließend noch eine Buchempfehlung zum Thema:
WordPress Performance: So optimiert ihr euren WordPress Blog!


Simon Köhler

Simon Köhler ist Webdesigner mit über 12 Jahren Erfahrung und Experte für TYPO3 Websites und Online Marketing.
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